CSU Mietraching-Greising

Sanierung der Mietrachinger Schule beschlossen

Turnhalle kann künftig auch als Veranstaltungssaal genutzt werden – Vorhaben kostet 8,6 Millionen Euro

Deggendorf. Der Stadtrat hat gestern Abend die Generalsanierung und Erweiterung der Grundschule Mietraching einstimmig beschlossen. Die Schulturnhalle bekommt einen Anbau, der ihre Nutzung als Veranstaltungsraum möglich macht. Das ganze Vorhaben wird rund 8,6 Millionen Euro kosten. Es war im Stadtrat völlig unstrittig, die Beratung zog sich vor allem durch Vorwürfe von FW-Fraktionschef Johannes Grabmeier, die Verwaltung habe die Kostenentwicklung unzureichend dargestellt, etwas in die Länge.

Wie schon vorletzte Woche im Verwaltungsausschuss stellte Architekt Robert Brunner die Planung den Stadträten vor. Wichtigster Punkt ist, dass die gesamte Schule quasi in den Rohbau zurückversetzt und einschließlich der Technik neu ausgebaut wird. Beim Haupteingang entsteht ein Anbau, der im Erdgeschoss eine Aula und einen Mehrzweckraum enthält, im Untergeschoss sind zwei Klassenzimmer untergebracht. Die bisherige Hausmeisterwohnung wird für die Mittagsbetreuung umgebaut.

Damit die Turnhalle für Veranstaltungen (z.B. Theater des Trachtenvereins oder Nockherberg) genutzt werden kann, bekommt sie einen Anbau mit Garderobe, Toiletten, Küche und Lagerraum.

Um für mehr Sicherheit für die Kinder zu sorgen, werden beim Zugang die Bereiche für Fußgänger und Autos getrennt und eine Busspur gebaut. Auch die Außensportanlangen werden saniert.

Architekt Brunner ging am Ende seiner Vorstellung kurz auf die Kostenentwicklung ein. Im Frühjahr 2018 habe es eine Kostenschätzung für den Anbau an die Schule und eine Wärmedämmung für die Bestehenden Gebäude gegeben. Diese habe etwa 4,7 Millionen Euro ergeben. Bei genaueren Untersuchungen habe sich die Notwendigkeit einer Generalsanierung der 55 Jahre alten Schule gezeigt. Dazu gekommen sei der Wunsch nach der Busspur, die Sanierung der Außensportanlagen und schließlich der Wunsch, nach der Schließung des Gasthauses Tannerbauer die Turnhalle zu einem Veranstaltungssaal zu machen. So sei zuerklären, dass die Kosten nun auf 8,6 Millionen
Euro berechnet werden.

Grabmeier stellte fest, die FW-Fraktion stehe uneingeschränkt hinter dem Vorhaben, der Weg sei aber falsch. Es hätte zunächst einen Grundsatzbeschluss geben müssen, was gemacht wird, und dann erst eine Planung. Vor allem aber kritisierte Grabmeier, die Tischvorlage der Verwaltung sei „defizitär“,
weil sie keine Erklärung der Kostensteigerung enthalte. Er habe dies mit einer Frage im Verwaltungsausschuss „aufgedeckt“ und deshalb sei es ungeheuerlich, dass die Verwaltung dem Stadtrat nun eine unveränderte Vorlage vorlege.

OB Christian Moser hielt Grabmeier entgegen, er „vergleiche Äpfel mit Birnen“, weil sich die erste Schätzung auf eine energetische Sanierung bezog, die vorliegende Kostenberechnung dagegen auf eine Generalsanierung. CSU-Fraktionschef Paul Linsmaier warf Grabmeier vor, er verbreite „Fake News“: „Sie erfinden Sachen,
die einfach nicht richtig sind. Die Sitzungsvorlage ist nicht defizitär, sondern völlig in Ordnung.“ Christian Heilmann (Grüne) appellierte wiederum an Linsmaier, „den Begriff Fake News nicht so inflationär zu verwenden“.

Deutlich konkreter war die Nachfrage von Ewald Treml: Ob denn in den Waschräumen der Turnhalle, die ja auch von Vereinssportlern genutzt werden, Duschen geplant sind? Bislang sei jeweils eine vorgesehen, sagte Architekt Brunner und versprach, noch ein oder zwei zusätzliche
pro Waschraum einzuplanen.

Von Stefan Gabriel

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